Hamletmaschine + DJing =
Der Hamletbeschleuniger

nach Heiner Müller

 

»Hamlet hat das Morden hinter sich. Ekel bestimmt ihn. Und Orphelia widersetzt sich dem Bühnentod, entsteigt dem Fluss, hat sich nicht erstochen, nicht die Pulsadern aufgeschnitten oder den Kopf in den Gasherd gesteckt. Und all die Schlachten, die geschlagenen wie unterschlagenen, spiegeln sich nun auf einmal in einer stark rhythmische geprägten Klangkulisse ab, die von vier DJs auf der Bühne (re)produziert wird. (…)
Was die Menschen zerreisst und weiter treibt, liegt parallel auch in der Musik, ihrem harten Vorwärtsstreben, in der Maschinenklänge wir Naturidyll ihre Daseinsberechtigung haben. Schliesslich die Optik, die dann etwas Berauschendes hat. Eine leere Bühne, im Hintergrund vier DJs an ihren Musiktürmen. (…)
Viel für die Sinne also, beeindruckend perfekt von den studentischen Schauspielern in Szene gesetzt. Wer mit Shakespeare nicht so vertraut ist, den Wechsel zu Elektra (eine weitere Zutat Heiner Müllers) gar nicht mehr nachvollziehen konnte, mag vielen Fragen aus der Aufführung gekommen sein - aber immerhin berauscht. Wobei der Zustand des Rauschs ja immer etwas von Unklarheit hat. Und damit wären wir wieder ganz nahe bei Hamlet.«

Thurgauer Zeitung, 9. Dez 2003

Inszenierung: Alexandra Holtsch, Jörg Wesemüller | Musik: Alexandra Holtsch

Hamlet SC 1 (5:20)
Hamletmaschine + DJing = Der Hamletbeschleuniger
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